Benachteiligung von Mädchen

Eishockey der schönste Sport der Welt – diesen aktiv ausüben zu dürfen, obligt aber leider nur den Jungs/Männern.

So sieht die Situation in Deutschland leider aus. Selbst wen man seit klein auf dabei ist, man sich ständig durchbeißen muß, kommt irgendwann der Punkt an dem einem der Sport wirklich versucht wird „wegzunehmen“. So auch bei uns.

Meine Tochter ist seit Ihrem vierten Lebensjahr – sprich nun schon seit 6 Jahren in einem Eishockeyverein aktiv dabei. Man muß dazu sagen das es sich hier um einen bayerischen Verein handelt der einen DEL Hauptverein hat.

Seit der U8 muß sich unsere Tochter jede Saison so einiges gefallen lassen, sie kämpft wacker und geht fleißig zum Training. Doch in dieser Saison bekommt man eindeutig das Gefühl vermittelt sie raußkicken zu wollen.

Anfang der Saison wurde sie hin und wieder als Auswechselspielerin bei Punktspielen eingesetzt. Seit Mitte November darf sie nun gar nicht mehr spielen. Das traurige daran ist, das man ihr dafür nicht mal einen Grund nennt. Was eigentlich von Vereinsseite so angesetzt wurde. Der Trainer solle sich die Kinder vor einem Spiel zur Seite nehmen und erläutern warum es beim Spiel nicht gesetzt wird. So aber nicht bei uns. Sie wird ignoriert, sie wird in die Mannschaft nicht integriert und Ihr wird nichtmal mehr soviel Wertschätzung entgegengebracht, das man sich Zeit nimmt um ihr das zu erklären. Wiederum wird bei den Jungs unsportliches Verhalten sowohl auf dem Eis als auch in der Kabine hingenommen! Es gibt Jungs die über die Mannschaft hinaus mit ihrem unsportlichen Verhalten schon „bekannt“ sind und trotzdem bei JEDEM Spiel gesetzt werden. Ein Mädchen wiederum das im Training alles gibt dem Trainer zuhört und die Übungen umsetzt, weder auf dem Eis noch in der Kabine negativ auffällt, wird links liegen gelassen. Da Frage ich mich doch schon wo da die Fairness bleibt bzw. die Gleichstellung von Mädels in diesem Sport!?

Wir hatten ein Probetraining in einem anderen Verein. Das Training verlief sehr gut. Unsere Tochter ist positiv dabei aufgefallen. Nur einen Kritikpunkt hatte der Trainer. Im Trainingsspiel hatte sie ein paar Chancen selbst ein Tor zu machen, passte aber den Puck immer ab. Sie wurde diesbezüglich vom Trainer angesprochen, warum sie nicht selbst geschoßen habe. Die Frage kann leicht beantwortet werden. In ihrem Stammverein wird sie von Ihren Mitspielern regelrecht nieder gemacht, wenn sie sowas versuchen sollte! Ihr wird die Chance nicht gegeben bzw. das Ego der Jungs lässt es nicht zu!

Ich wünschte mir mehr Vereine und Trainer die auch Mädchen unterstützen und ermutigen. Trainer die auch den Mum haben, für Fairness zu sorgen – doch leider ist man davon wohl noch sehr weit entfernt. Man muß als Mädchen Eishockey im Blut haben um solche Schikane von Training zu Training mitzumachen und das in unserem Fall 4x Woche über mittlerweile 6 Jahre hinweg. Auch als Eltern die diesen Sport mitleben, setzt diese Unfairness enorm zu und man entwickelt einfach nur noch Wut. Wut gegenüber der Arroganz & Ignoranz der Jungs und Männer die diesen Sport als Ihr Heiligtum sehen und das in jeder Art und Weise einem Mädchen spüren lässt. Trauriges 20. Jahrhundert

20 Gedanken zu „Benachteiligung von Mädchen

  1. Ich empfehle bei dieser Sachlage früh einen Clubwechsel zu prüfen. Das Geschilderte ist sicher kein Einzelfall aber auch nicht die Regel. Aus meiner Sicht zeigt es eher die Qualität des Coaches, denn eine Grundregel. Dies soll als sachliche Aussage verstanden werden!
    Es ist nun mal so, dass in Breitensportteams mehrheitlich nebenamtliche Coaches eingesetzt werden und nicht Profis und dabei gibt es schwarz und weiss.
    Hat der Coach bei Probetraining dann euer Girl genommen … das wäre zumindest ein Happy End für euch.

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    • In diesem Fall ist es kein nebenamtlicher Coach, sondern ein ehemaliger DEL Spieler der nun Jungendleiter in unserem Verein. Der andere Verein würde unsere Tochter natürlich schon nehmen, allerdings hofft unsere Tochter aktuell auf nächste Saison, wen die Jungs mit denen sie die letzten Jahre zusammengespielt hatte in Ihre Altersklasse hoch kommen. Zudem wird sich dann sicherlich auch wieder das Trainerkarusell drehen – wie jede Saison.

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      • Hallo. Das hört sich natürlich nicht so toll an für Deine Tochter. Ich hoffe, sie verliert den Spaß am Eishockey nicht. Ab 14 ist der Weg frei in die Dameneishockeywelt, und auch durch die Doppellizenz möglich für 2 Vereine zu spielen, sowie als Ältere in den jüngeren Jahrgängen der Jungs. Ich persönlich finde, das der BEV viele Bestimmungen hat, um Mädchen das Eishockeyspielen zu ermöglichen und auch so lange wie möglich bei den Jungs mitspielen zu können. Da ich jetzt einfach mal auf Nürnberg tippe, schlage ich Dir als Alternative natürlich Höchstadt (Ligabetrieb Damenmannschaft) vor und die neu gegründete Damenmannschaft in Nbg. vom FCN. Spielbetrieb in der Liga mit 10/11 Jahren geht leider im Damenbereich noch nicht, aber vielleicht das ein oder andere Freundschaftsspiel:-). In diesem Sinne, noch weiter viel Spaß an dem tollen Sport.

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  2. Meine Tochter spielt seit einigen Jahren im Tor, sie spielt immer, hat den Respekt der Jungs, der Eltern und ganz wchtig, das Vertrauen der Trainer. Mädchen haben ab dem Knabenalter physisch jedoch keine Chance mehr gegen gleichalte Feldspieler zu bestehen. Als Goalie sieht die Sache ganz anders aus. Es gibt inzwischen genug Damenteams wo die jungen Feldspielerinen trainieren und ab 14 Jahre mit den Damen am Spielbetrieb teilnehmen können. Es gibt eine U15, U18 sowie eine Ü18 Damennationalmannschaft. Es gibt eine Damenbundesliga, Weltmeisterschaften sowie ie Winterolympiade. In meinen Augen haben die Mädchen, meine Tochter eingeschlossen, alle Möglichkeiten sich auch zukünftig dem Eishockey zu widmen.

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    • Ich spiele jetzt seit 15 Jahren als Mädel mit Jungs im Team. Mädchen haben definitiv auch weit übers Knabenalter eine Chance physisch mitzuhalten – wie lange lässt sich nicht pauschalisieren. Kenne Damen, die in der Seniorenlandesliga spielen und andere, die es zumindest bis zur Jugend geschafft haben, physisch mitzuhalten.Zu den Damenteams kann ich prinzipiell sagen, dass es eine super Sache ist, es davon jedoch auch noch relativ wenige gibt bzw die Leistungsunterschiede einfach extrem sind, was auch daher rührt, dass Dameneishockey jetzt nicht gerade überall gefördert wird. Während Jungs nunmal als kleines Kind anfangen, fangen viele Damen erst mit 14 an, weil da erst der Spielbetrieb für die Damenliga beginnt und bei den Eiszeiten, die man als Mädel in Jungsteams bekommt und die Sprüche, die man sich dafür anhören muss, ist es auch irgendwo verständlich, dass sich das manche nicht antun.
      Möchte nicht sagen, dass es gar keine Möglichkeiten gibt, die gibts allemal, aber nach Gleichberechtigung sieht mir das noch lange nicht aus und die möchte man doch irgendwie schon haben oder nicht?
      Trainer, die nur auf die Leistung achten und persönliche Präferenzen auslassen und einfach mal alle gleich berechtigen, gibt es nun mal leider nur sehr wenige.

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  3. Ich bin seit über zehn Jahren als Trainer tätig (div. Altersklassen) und kann das Beschriebene in keiner Weise in meinem, noch bei anderen Vereine bestätigen. In meiner aktuellen Mannschaft ist ein Mädel sogar eine der Top3.
    Ich will dem Blogeintrag zwar nicht widersprechen, aber mir stößt die Verallgemeinerung ziemlich auf. Hier scheint ein individuelles Problem vorzuliegen. Wurde schon das persönliche Gespräch gesucht?
    Ich will es in diesem Fall nicht unterstellen (kann ich auch nicht, da ich den Fall nicht persönlich kenne), möchte aber auch auf die Elternbrille hinweisen, bei welcher so manche Eltern meinen, dass ihr Sprössling der neue Gretzky ist, der Nachwuchsspieler aber nicht mal 10 Meter laufen kann, ohne zweimal über seine eigenen Füße zu fallen.

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    • Wir haben schon mehrmals das persönliche Gesprächt gesucht. Mehrfach beim Trainer, aber auch schon beim Sportdirektor und einem Vorstandsmitlgied. Mit dem Resultat keine Rückmeldung, Stellungnahme oder sonst dergleichen zu bekommen. Auch sind wir uns vollkommen im klaren das unsere Tochter kein Supertalent ist (wie auch, ohne Spielpraxis), aber auch solchen Kindern muß die Chance gegeben werden zu spielen! Zumal sie das bis mitte November ja auch durfte, ein Tor bereits geschoßen hat und sets alles für die Mannschaft gibt – was manch andere Jungs nicht machen.

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  4. Leider schildert ihr die Situation absolut richtig. Seit Jahren bemühe auch ich mich bei BEV. DEBATTE ja selbst bei IIHF um die nötige Anerkennung des Dameneishockeys. Wohnst du in der Nähe von Kaufbeuren, wüsste ich eine Lösung.

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  5. Also mir geht es genauso bloß das ich seid 10 jahren in meinem Verein aktiv bin und ich seid 3 jahren nicht ein spiel mehr spielen durfte. Ich habe mein letztes spiel saison 2012/13 gespielt. Nun spiele ich in einer Frauenmannschaft aber ich habe es satt mich durbeisen zu müssen mit meinen 15 jahren. Ich kann euch verstehen. Man sollte echt mal was dagegen unternehmen. Ich bin froh wenn ich meinem Traum nachgehen kann nach Köln zu gehen.

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      • Beim EHC Erfurt bin ich seid 10 jahren aktiv und seid 3 jahren darf ich nicht mehr mitspielen und aktiv spielen tuhe ich bei den Wild Hornets
        Und ich weiß nicht warum ich nicht spielen darf ich hatte mein Trainer mal um ein Gespräch gebeten aber genaueres als ,,Aileen ist ein Mädchen“ kam nicht aus seinem Mund

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  6. Nun bin ich seit über 20 Jahren Trainer und habe ALLE Altersklassen trainiert. Anfangs wurde ich von Eltern beschimpft, weil ich Mädels hab spielen lassen. Heute werde ich belächelt, weil ich Frauen-Eishockey gut finde, weil Frauen 2014 bei Olympia waren und das bessere Eishockey spielen.
    Und nicht das nordamerikanische Rumpel-Eishockey.
    Ein Gespräch mit dem Trainer zu führen, welche Mädels ablehnen, ist sinnfrei. Die Antworten sind immer die gleichen. Solche Trainer gibt es überall, leider.
    Es gibt aber auch Vorstandsmitglieder, die die Mädels auch nicht bei einer Frauenmannschaft spielen lassen, obwohl die Mädels nur auf der Bank sitzen.

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  7. Meine Tochter spielt seit 4 Jahren bei den Wedemark Scorpions , jetzt als Kleinschüler , sie ist von Anfang an in der Gruppe integriert und wurde als Bambini zu A und B spielen geladen . Jetzt spielt sie in der ersten Reihe . Den Platz hat sie sich auch hart erkämpft ( so wie alle Damen die Sport treiben ) Sie ist mit Leib und Seele Spielerin aber auch schon gefährlich für die , die ihr gegenüber stehen . Ein bisschen Ellenbogen und Egoismus muss man schon haben . Dann klappt es 👍

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    • Kanns wichtig ist für deine Tochter bzw für alle Mädels im jungen Jahren. Nie die weiche Seite zu sehen auch wenns schmerzt, Zehne zam beissen und weiter. So hab ich mir in meinen 14 Jahren Eishockey den Respekt und Anerkennung von den Trainer, Eltern und Spielern gearbeitet. Und der wichtigste Grundsatz ist für uns Mädels immer doppelt so hart zu arbeiten als die Jungs. Und was Spieler jnd Trainer gar nicht gern sehn sind zickerein und rumgetusse. Diese Dinge gehören nicht in diesen Sport.
      Dann hat auch jedes Mädel doe Chance bei den Jungs lange zu spielen.

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  8. Hallo zusammen,
    ich selbst habe jahrelange Erfahrungen (16Jahre) als Mädchen beim Eishockey gesammelt.
    Ich habe mit 4Jahren angefangen zu spielen und hatte im ersten Verein keine Probleme, wie bereits in vorherigen Kommentaren beschrieben. Dies began erst als ich nach Köln gewechselt habe. Ich war zum damaligen Zeitpunkt das erste und einzige Mädchen, dass dort mit den Jungs spielen durfte. Ich hatte einen tollen Trainer der mich entdeckt hatte und mich nach Köln geholt hat. Er hat mich super unterstützt, dabei musste er sich von den Eltern einiges anhören. Meine Mutter und ich auch. Aber wenn wir ehrlich sind wissen wir, dass es purer Neid war, da ich mit meiner Leistung dem einen oder anderen Spieler den Platz wegnahm. Es kam auch nicht selten vor, dass gegnerische Trainer und Eltern (gerade in dieser Liga Düsseldorf, Krefeld usw.) den einen oder anderen Spruch abließen, sogar von der Tribüne aus sobald sie meinen Zopf unterm Helm entdeckten. Aber da hilft alles meckern nichts, nur wenige lassen sich auf verbalem Wege überzeugen.
    Ich habe trotz allem für den Sport gelebt und dies lediglich belächelt. Einige Stimmen wurden erst dann leiser als ich noch in der NRW-Auswahl mit den Jungs gespielt habe. Sprich ich musste es immer allen beweisen und die Vorurteile bekämpfen. Rückblickend hat mich das alles nur noch mehr angespornt und noch stärker gemacht.
    Die Tatsache, dass einige noch eine solch verbohrte Einstellung haben, dass Mädels in Jungenmannschaften nichts zu suchen hätten, ist zwar traurig aber nun mal wahr. Im Übrigen ist es totaler Schwachsinn, dass Mädels physisch bei den Jungs nicht mithalten könnten. Bis einschließlich der DNL geht das problemlos. Lediglich muss man als Mädchen drei mal so hart arbeiten wie die Jungs.
    Fazit wenn man als Mädchen diesen Sport liebt und ihn ausüben will, muss man ein dickes Fell haben, diese Leute einfach belächeln und eine Menge Motivation und Durchhaltevermögen mitbringen. Also ignoriert die negativen Stimmen, lasst euch nicht unterkriegen und beweist eben jenen, dass ihr gut genug seid um mitzuhalten!! Macht euer Ding und habt Spaß an dem Sport!!!

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    • In keinem NRW- Del Standort werden Mädchen über das Knabenalter hinaus auf dem Feld eingesetzt. Schon gar nicht in der Del. Vielleicht in Bayern? Mädchen sind in der Regel ab Knabenalter den Jungs hoffnungslos unterlegen, einige Mädchen nutzen die Overage-regel, spielen ein Jahr länger in der Altersklasse und freuen sich dann wenn sie den neuen Knabenjahrgang aufmischen können. Die Christina Schwamborn ist eine Ausnahme, bestätigt somit die Regel. Aber auch Christina wurde nur bis zum Ende der Knabenzeit bei Spielen in Köln eingesetzt.

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