Girls only! Mädchen wollen unter sich sein

In vielen Regionen Nordamerikas können Mädchen auswählen, ob sie zusammen mit Jungen oder in einem reinen Mädchenteam spielen wollen. Daher konnten beide Alternativen miteinander verglichen werden. Die Studie Girls’ Hockey or Boys’ Hockey? The Choice For Girls Who Play Hockey kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Mädchen lieben es, Eishockey zu spielen! Sie lassen sich in allen Altersgruppen für den Sport begeistern.
  • Besonders wichtig sind für Mädchen die sozialen Aspekte des Sports, also die Freundschaften und der Zusammenhalt, die sich in in einer Eishockeymannschaft ergeben. Diese Komponente wird von Eltern und Trainern oftmals unterschätzt.
  • Mädchen haben mehr Spaß, wenn sie zusammen mit anderen Mädchen spielen. Sie fühlen sich dann respektiert und erleben sich stärker als Teil der Mannschaft.
  • Hingegen haben Mädchen in gemischten Teams eine höhere Wahrscheinlickeit, den Sport wieder aufzugeben
  • Der Hauptunterschied zwischen Mädcheneishockey und gemischten Teams ist nicht durch die unterschiedliche physiologische Entwicklung und die Regeln zum „Checking“ gegeben. Er liegt vielmehr in der unterschiedlichen Art und Weise, wie Mädchen und Jungen den Sport wahrnehmen.

Die Studie folgert: Vereine sollten sich bemühen, „Girls-Only“ Optionen in allen Altersklassen anzubieten. Mädchen sollen ermutigt werden, Eishockey zu spielen. Je intensiver das geschieht, umso mehr Optionen für Mädchen ergeben sich und umso stärker wird sich das Frauenspiel entwickeln.

Ich kann diese Ergebisse aus eigenen Erfahrungen bestätigen. In Gesprächen mit Eltern und Mädchen lernte ich, dass viele Mädchen gerade deshalb kommen, weil andere Mädchen auch mitmachen. Tatsache ist auch, dass manche Mädchen gar nicht erst auf’s Eis gehen würden, wenn sie mit Jungen trainieren müssten. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie etwa ein Mädchen, das nach 3 Jahren in einer Mädchenmannschaft zu einer Jungenmannschaft gewechselt ist.

Die Statistik bestätigt den Erfolg des Girls-Only Ansatzes. Das Beispiel des Großraumes Boston mit mehr als 200 Mädchenmannschaften in den Altersklassen 10U, 12U, 14U zeigt, welches Momentum sich hierbei entwickeln kann.

Fragt man, warum es keine Mädchenmannschaften in Deutschland gibt, erhält man oft die Antwort: „Weil wir nicht genügend Mädchen haben.“ Das klingt zwar logisch, greift aber zu kurz. Es ist lediglich das Resultat der gängigen Praxis, Mädchen ausschließlich in Kleinst-, Kleinschüler, und Knabenteams zu integrieren. Somit werden viele Mädchen erst gar nicht erreicht oder gehen frühzeitig wieder verloren. Der modernere Ansatz wäre, auch bei uns – ergänzend zu den bestehenden Strukturen – „Girls-Only“ Optionen anzubieten.

Was ist Deine Meinung dazu? Mach mit bei der Umfrage:

Warum das Mädchenalter besondere Beachtung finden sollte, wird in Das goldene Alter erklärt.

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