Es ist wieder so weit: Das traditionelle Andreas-Gruchot-Girls-Turnier nähert sich in großen Schritten. Wieder werden mehr als 200 Mädchen aller Altersklassen in Troisdorf bei Köln zusammenkommen, um ihre Kräfte im Eishockey zu messen.
Das AGGT ist das große Fest des Mädchen-Eishockey in Deutschland und findet nun schon zum achten Mal statt. Neben den zahlreichen Mädchen von GirlsEishockey.de werden wieder Teams aus dem Ausland an dem Turnier teilnehmen. Es warten auf Teilnehmerinnen und Zuschauer somit wieder spannende Spiele, jede Menge Spaß und ein Badesee direkt neben der Eissporthalle.
Turnier auf zwei Wochenenden verteilt
Wegen des großen Andrangs haben wir dieses Mal das Turnier zweigeteilt:
Am Samstag, 28. Juni 2025 und Sonntag, 29. Juni 2025 spielen die Mädchen der Altersklassen U10 und U14.
Am Samstag, 5. Juli 2025 und Sonntag, 6. Juli 2025 treffen die Mädchen der Altersklasse U18+ aufeinander.
In der U10 spielen die Mädchen der Jahrgänge 2015 und jünger.
In der U14 treffen die Mädchen der Jahrgänge 2011, 2012, 2013 und 2014 aufeinander.
Und in der U18+ schließlich spielen die Jahrgänge 2007, 2008, 2009 und 2010. Auf Anfrage nehmen wir hier auch Overager auf.
Anmeldung bis zum 1. April möglich
Die Kosten liegen bei 90 Euro je Spielerin. In der Startgebühr sind ein Mittagessen am Samstag und eins am Sonntag enthalten.
Die Zeit drängt. Am 1. April 2025 endet die Anmeldefrist.
Uwe Krupp, Headcoach des DEL-Teams Kölner Haie und erster deutscher Eishockeyspieler, der zwei Mal den Stanley Cup in der NHL gewonnen hat, unterstützte das 4. Andreas Gruchot Girls Turnier in Troisdorf als Schirmherr. Im Gespräch mit GirlsEishockey.de erklärt er, warum in Deutschland mehr für Mädcheneishockey getan werden sollte.
Uwe Krupp, Headcoach der Kölner Haie und Schirmherr des 4. Andreas Gruchot Girls Turniers 2022.
Guten Tag, Uwe, schön, dass wir uns hier beim Girls Turnier in Troisdorf treffen. Hattest Du schon Gelegenheit, Dir ein paar Spiele anzuschauen?
Ja, heute morgen habe ich schon das Eröffnungsspiel der U14 gesehen und gerade eben die Spiele der U10. Jetzt läuft ein U18-Spiel. Es sind gute Spiele, und es macht Spaß hier zu sein.
Welche Unterschiede fallen Dir beim Mädcheneishockey auf?
Im Nachwuchsbereich sind die Unterschiede gar nicht so groß. Es geht ja immer darum, die körperlichen Fähigkeiten und die Schlittschuhtechnik zu entwickeln, passen, schießen. Ob das Jungs oder Mädchen sind, spielt keine Rolle. Sie stehen alle vor denselben Herausforderungen.
Du fungierst ja als Schirmherr für dieses Turnier. Vielen Dank nochmal dafür. Woher kommt Dein Interesse an Mädcheneishockey?
Das hat selbstverständlich damit zu tun, dass meine Tochter selbst spielt, in der U9. Mein Sohn, der etwas älter ist, spielt auch Eishockey. Als Frauensportart habe ich Eishockey 1998 entdeckt, als ich mit dem deutschen Nationalteam an den Olympischen Winterspielen in Nagano in Japan teilgenommen habe. Da haben wir uns auch die Frauenspiele angeschaut. Ich hatte noch nie zuvor Fraueneishockey gesehen. Aber das war ein tolles Erlebnis. Die Spiele waren auf einem sehr hohen Niveau. Sie waren spannend und boten alles, was Eishockey ausmacht.
Du hast ja von 1986 an viele Jahre in den USA gelebt, wo Fraueneishockey einen höheren Stellenwert als bei uns hat. Wie hast Du dort Fraueneishockey wahrgenommen?
Damals war Fraueneishockey auch in den USA in den Anfängen. Aber es hat sich schnell entwickelt wegen einer Förderpolitik, die Mädchen nicht schlechter stellen darf als Jungs. Für jeden Dollar, der im Sport an der Schule oder der Universität für Jungs ausgegeben wird, muss auch ein Dollar für Mädchensport ausgegeben werden. Das ist der Grund, warum in den USA Frauenfußball zum Beispiel so populär ist und warum die USA uns im Frauenfußball so weit voraus sind. Aber das gilt auch für Eishockey.
Bleiben wir beim Vergleich zu den USA: Was können wir dort lernen, um Mädcheneishockey in Deutschland stärker zu fördern?
Zunächst müssen wir erkennen, dass bei Mädchen und Frauen das Wachstumspotenzial für Eishockey am größten ist. Das gilt für Deutschland, aber auch international. In vielen Ländern wird schon viel für Männereishockey getan. Aber das größte unerschöpfte Potenzial für den Sport insgesamt liegt bei Fraueneishockey.
Wo siehst Du die größten Hindernisse auf dem Weg dorthin?
Eishockey-Deutschland hat nach wie vor nicht die Breite, die ein Land mit mehr als 80 Millionen Einwohnern haben sollte. Wenn meine Tochter in der Grundschule erzählt, dass sie Eishockey spielt, reagieren die Leute ganz erstaunt. Eishockey ist in Deutschland immer noch nicht anerkannt. Gegenüber Eishockey gibt es immer noch viele Vorbehalte.
Ein beliebtes Vorurteil ist ja, dass Eishockey für Mädchen zu hart ist.
Und jeder der sich mit dem Sport auskennt, weiß, dass es nicht stimmt. Die Regelanpassungen erlauben ein beinahe körperloses Spiel, welches aber nicht seinen eigentlichen Charakter verliert. Dazu kommt noch eine Schutzausrüstung, die den Anforderungen heutzutage mehr als gewachsen ist. Meine beiden Kinder spielen auch Fußball. Dort holen sie sich weit mehr Blessuren als im Eishockey. Was die Sicherheit der Kinder angeht, bietet Eishockey Schutz auf höchstem Niveau.
Viele Vereine scheuen sich davor, Mädchenmannschaften aufzubauen, weil Eiszeit ohnehin schon so knapp ist.
Das ließe sich steuern. Im DEB-Sterneprogramm gibt es Punkte dafür, wenn bestimmte Altersgruppen mit Trainingszeiten gefördert werden. Die Förderung von Mädchen wird in diesem Programm aber noch zu wenig bedacht. Das wird sich entwickeln. Ich bin mir sicher, dass die Verantwortlichen im DEB erkannt haben, welches Potenzial Mädchen bieten, um Eishockey in Deutschland voranzubringen. Deshalb finde ich auch Turniere wie dieses hier so wichtig. Familien kommen aus ganz Deutschland, damit ihre Mädchen hier unter sich spielen können. Das finde ich großartig.